Verein

Zum 75jährigen Vereinsjubiläum

Aus der Geschichte des Schachklub Höheinöd Nachdem in Höheinöd schon immer eine begeisterte Anhängerschar für das »königliche Spiel- vorhanden war, entschlossen sich 1933 die Schachfreunde Otmar Anstätt, Otto Frank, Karl Gölter, Emil Martin, Willi Negle, Emil Schwab, Fritz Schwab und Werner Schneider den Schachklub Höheinöd zu gründen.

Schon damals musste man feststellen, dass man mehrheitlich Schach gern zur Unterhaltung spielt, aber nur wenige im Verein Schach als Sport betreiben. So konnte schon damals die kleine Schar nur mit viel Opferbereitschaft und Idealismus ihrem Sport huldigen und daran hat sich bis heute nichts geändert. Nur wer weiß, welche Anstrengungen und Mühe aufgebracht werden musste, um in einem kleinen Ort wie Höheinöd den Spielbetrieb 75 Jahre lang aufrecht zu erhalten und nur wer weiß, wie viele Schachvereine in unserem Bezirk aufgeben mussten, kann unseren Geburtstag richtig würdigen.

Man ließ sich 1933 auch nicht dadurch entmutigen, dass man von den etablierten Mannschaften aus Pirmasens und Zweibrücken regelrecht Prügel bekam; man verpflichtete die mehrfachen Pfalzmeister Hugo Hussong und Gerhard Weißgerber und später auch dessen Freund Emil Diemer als Trainer. Und wie ich noch von den älteren Mitgliedern weiß waren damals die Trainingsabende mit durchweg 40 Schachinteressenten besucht (eine Zahl von der man heute nur träumen kann) und die Trainer fühlten sich sehr wohl in Höheinöd.

Der 2. Weltkrieg legte wie überall das Vereinsleben lahm, doch traf man sich ab 1949 um Schach zu spielen. Die damaligen Spieler brachten sogar von zuhause Holz mit um das Spiellokal zu heizen!

1951 wurde der Verein offiziell wiedergegründet und die erste Verbandsrunde gespielt.

1953, 1954 und 1955 wurden wir ohne Unterbrechung Bezirksmeister, mussten uns aber in den Aufstiegskämpfen gegen die routinierten Vereine der Vorderpfalz Ludwigshafen, Speyer, Worms und Neustadt geschlagen geben. 1956 klappte dann der erneute Anlauf und Höheinöd war in der Landesklasse. Erstmals konnte auch eine 2. Mannschaft gegründet werden. 1961 wurde unsere Mannschaft auch Meister der Landesklasse - mit 6,5 aus 7 möglichen Punkten und stieg in die höchste Spielklasse, die Meisterklasse auf. Auch die 2. Mannschaft wurde Meister der Kreisklasse und kam in die Bezirksklasse.

Der Aufstieg in die Meisterklasse war der absolute Höhepunkt in unserer Vereinsgeschichte: wir waren als kleinster Verein aus dem kleinen Ort auf der Sickinger Höhe, die einzigen Vertreter der Westpfalz im pfälzischen Oberhaus Da dies auch finanziell, allein durch die weiten Fahrten, nicht zu verkraften war, machte sich bald deutlich und doch konnten wir bis 1963 die Klasse behaupten. Dann folgte, wie so oft, ein tiefer Fall durch Vereinsgründungen von Waldfischbach und Rodalben und durch Umzug verloren wir fast die ganze 1. Mannschaft und es ging abwärts bis in die Kreisklasse und der damalige Vorsitzende und jetzige Ehrenvorsitzen Heiny Negle musste sehr viel Mühe aufwenden, Spieler, die zuvor nicht berücksichtigt wurden, zu motivieren.

Dank der Einsicht der verbliebenen Spieler die das damals herausgebrachte Motto »Hauptsache wir spielen Schach« beherzigten, konnte sogar noch eine Runde mit zwei Mannschaften gespielt werden.

Wir wurden dort zur "Fahrstuhlmannschaft": sechsmal Meister und fünfmal Abstieg waren nötig, bis es uns gelang die Bezirksklasse zu halten. Dank den neu hinzugekommenen Spielern Thomas Renneis, Achim Negle und Thomas Schaaf konnten wir auch den Bezirkspokal gewinnen. 1982 konnten in einem Schachkurs weitere Spieler gewonnen werden: Dirk Sposny, Achim Joas, Gunter Mayer, Harald Mayer, Hans-Peter Weis und Torsten Hirth - Die beiden letztgenannten spielen noch heute in unseren Mannschaften - gaben uns die Möglichkeit auch wieder eine 2. Mannschaft spielen zu lassen.

1983, im 50jährigen Jubiläumsjahr, hatten wir wieder die pfälzische Schachfamilie  zu Gast; alle sechs Bezirke traten bei uns an um den Bezirksvergleichskampf, der zu Ehren des verstorbenen siebenmaligen Pfalzmeisters, Vorsitzender des PSB und Gründer des SBRP als Rudolf Schwind Gedenkturnier umbenannt wurde, zu gewinnen. Es war schon ein erhebendes Gefühl 150 Schachspieler in der Halle des SSV Höheinöd spielen zu sehen. Auch für die Unterhaltung wurde etwas geboten: die Burgfreunde Pirmasens und die "Lelle Singers" gestalteten einen Bayrischen Abend, an den viele noch heute gerne zurückdenken.

1986 kamen wir in die neugegründete Bezirksliga und es stießen mit Hemmer Amo und Schmitt Bernd zwei weitere gute Spieler zu uns. Einem Aufstieg in die 2.Pfalzliga folgte aber der sofortige Abstieg.

Erst als 1993 die Waldfischbacher Schachfreunde Schwierigkeiten bekamen eine schlagkräftige Mannschaft zu stellen und sich unserem Verein anschlossen, erfolgte der Durchbruch zur 2. Pfalzmeisterschaft. Trotz dieser Verstärkung und dem Zugang von Andreas Busch und Reinhold Kuntz mussten wir aber zweimal absteigen, schafften aber sofort wieder den Aufstieg. 1993 spielten wir erstmals mit drei Mannschaften und alle drei wurden Meister und Pokalsieger ihrer Klasse.

2002, nach einem erfolgreichen Schachkurs, spielten wir sogar mit vier Mannschaften. Erfreulich ist, dass noch heute vier Jungs aktiv am Spielbetrieb teilnehmen. 2005 war wieder ein Schicksalsjahr: schon zu Beginn der Runde erklärte A. Busch, dass er nach Pirmasens wechseln will; dadurch kam es zu Ergebnissen die den Abstieg besiegelten - und auch A. Hemmer, B. Schmitt und R. Kuntz verließen den Verein.

Das dadurch auch die Bezirksliga nicht gehalten kann war klar, insofern aber schade da wir mit Martin Gründer ein Jungtalent hatten, der die Mannschaft wie sie war gebraucht hätte und uns ebenfalls verließ. Das drei der genannten Spieler  noch Mitglied bei uns sind beweist das sie sich "eigentlich" wohl fühlten in Höheinöd.

Wir spielen nun, immer noch mit drei Mannschaften, in den Bezirks- und Kreisklassen. Die 1. Mannschaft hat einen Platz auf dem Treppchen sicher, die anderen Beiden spielen nach dem Grundsatz "dabei sein ist alles".

Unser Verein mache sich auch als Ausrichter von offiziellen Turnieren und Meisterschaften auf pfälzischer und rheinlandpfälzischer Ebene einen guten Namen. Die Bezirksvergleichskämpfe wurden zweimal bei uns ausgetragen. Die 1. und leider auch die einzige Saar-Pfälzische Schnellschachmeisterschaft wurde von uns ins Leben gerufen.

Dreimal waren wir Ausrichter der Bezirks-Einzelmeisterschaft. Zweimal wurden die letzten Runden der Bezirksliga, Bezirksklasse und Kreisklasse, immer mit 140 bis 150 Spielern bei uns gespielt. Die Schachjugend Pfalz spielte viermal und die SJ Reinland-Pfalz dreimal die Blitzmeisterschaft bei uns.

1993 richteten wir die Rheinland-Pfälzische Schnellschachmeisterschaft aus und ein Jahr später folgte die Rheinland-Pfälzische Mannschafts-Blitzmeisterschaft. Die größte Veranstaltung war 1995 der Pfälzische Schachkongress, bei dem in den einzelnen Turnieren 380 Spieler an den Start gingen.

Natürlich war auch schon die Mitgliederversammlung des PSB in Höheinöd. Immer waren die Teilnehmer und Veranstalter zufrieden und sichtlich erstaunt darüber wie ein so kleiner Verein dies alles bewältigt.

So waren Seiten des SBRB auch kaum Einwände als es darum ging uns die 27. Rheinland-Pfälzische Einzelmeisterschaft anzuvertrauen.

Ich denke wir werden auch diesmal mit Fleiß und Ausdauer dafür sorgen, dass von dem kleinen Höheinöd nur gutes berichtet wird.

All unseren Helfern und Sponsoren schon heute unseren besten Dank.

 

Von Heiny Negle